Anatomische Sammlungen
Die ersten Grundsteine zur Anthropologischen Sammlung wurden bereits im 19. Jahrhundert von bedeutenden Forschern wie Wilhelm His, Ludwig Rütimeyer und Julius Kollmann gelegt. Sie diente vor allem anatomisch vergleichenden Zwecken.
Naturforscher und Anatomen wie His, Rütimeyer und Kollmann interessierten sich für die Formenvielfalt des menschlichen Skeletts. Ihr besonderes Interesse galt dabei dem Schädel als Träger der individuellen Persönlichkeit. Das Ziel bestand darin, das Aussehen und die Besonderheiten aller Bevölkerungsgruppen der Welt zu beschreiben. Dieser naturwissenschaftliche Ansatz wurde durch koloniales und nationalsozialistisches Gedankengut pervertiert. Nach 1945 setzt sich in der Anthropologie aber durch, was später auch die Genetik belegt: „Rasse“ ist keine biologische Realität. Die menschliche Vielfalt ist kontinuierlich und kann nicht in klar abgrenzbare Gruppen eingeteilt werden.